ABGESAGT Wir verschaffen uns Gehör! in concert!
23. Oktober 2020

Pressekontakt

Thomas Prisching

GESCHÄFTSFÜHRER
T: 040 6452069
prisching@landesmusikrat-hamburg.de

Es sollte noch einmal ein großes Open-Air mit einem kleinen Querschnitt der im Landesmusikrat Hamburg vereinten Ensembles mit gut 200 Musiker*innen werden, doch die Corona-Pandemie durchkreuzte diese Pläne.

Thomas Prisching, Geschäftsführer des Landesmusikrates Hamburg: „Wir waren in den Startlöchern, die gesamte Zusammenstellung der Logistik und Planung war abgeschlossen, doch die Corona-Pandemie hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir stellen uns der gesamt-gesellschaftlichen Verantwortung und bitten um Vor- und Umsicht.

Es war einen Versuch wert: wir wollten die Chance nutzen, so lange es das Wetter und die Umstände zulassen, unseren im Verband organisierten Ensembles noch einmal eine Bühne zu geben, den Musikhungrigen Hamburgs ein Live-Erlebnis und so eine Verbindung von Musik-Machenden und –Hörenden zu schaffen. Zwei Open Air Konzerte konnten bereits vergangenes Wochenende erfolgreich im Landhaus Walter stattfinden. Doch die pandemischen Umstände holten uns abermals ein und die ohnehin umfangreichen Auflagen durch das Gesundheitsamt wurden nochmals erschwert.

Daher sehen wir uns in der Verantwortung, das geplante Open-Air „Wir verschaffen uns Gehör! in concert XXL“ am Sa., 24. Okt. auf dem Bert-Kampfert-Platz in Barmbek aber auch am Landhaus Walter (25. Okt.) kurzfristig abzusagen. Dies geschah in enger Absprache mit den lokalen Behörden. Der sehr öffentliche Platz mit zu erwartenden Zaungäste außerhalb des Veranstaltungsgeländes und die Vielzahl an Ensemblemitgliedern auch aus dem Hamburger Umland stellten diese Veranstaltung nochmal vor besondere Anforderungen, die über die guten und genehmigten Hygienekonzepte hinausgehen. Die Gesundheit aller Musikbegeisterten, unserer Mitgliedsensembles und dieser Stadt geht vor!“

Der Landesmusikrat Hamburg:
Der Landesmusikrat Hamburg wurde 1978 gegründet und gilt als Dachverband vor allem der gut 90 musikbezogenen Verbände, Organisationen und Institutionen. Sein besonderes Augenmerk gilt der Förderung der Amateurmusik sowie des Nachwuchses und kann so zu Recht als „Kinderstube der Stars von morgen“ bezeichnet werden. Gemeinhin wird Amateurmusik gerne belächelt, ist aber kein Ausdruck minderqualitativer Arbeit sondern lediglich eine Abgrenzung zur sonst beruflich, professionell orientierten Musik.

Beispielhaft stehen dafür das Hamburger Gitarrenforum, das Landesjugendjazzorchester Hamburg, das Landesjugendorchester Hamburg, das Landesjugendauswahlorchester der Spielmannszüge sowie die Landesmusikakademie Hamburg – Fort- und Weiterbildungseinrichtung in Kooperation mit dem Hamburger Konservatorium und der Staatlichen Jugendmusikschule als die expliziten Institutionen.

Gut 200.000 Menschen musizieren nach Feierabend und gehen der Musik in nicht professioneller aber somit nicht minder qualitativer Art nach. Die Hälfte davon ist über den Dachverband Landesmusikrat Hamburg organisiert.

Chöre, Orchester, Ensembles, BigBands oder Spielmannszüge sorgen über die Musik für die kulturelle Förderung der Stadt Hamburg als Musikmetropole und generieren das fachkundige Publikum jeglicher Konzerte. Zugleich sorgt ihr Musizieren für Integration von Jung und Alt, Zugezogenen und Alteingesessenen, wirkt inklusiv und therapeutisch – insbesondere bei Krankheitsbildern wie Demenz. Der Landesmusikrat ist bindendes Glied zwischen den Partikularinteressen und unterstützt ehrenamtliches Engagement. So unterstützt er bei den Ensembleleitern, bei der Suche nach Proberäumen, (vereins-)rechtlichen Fragen oder in Sachen Fortbildung. Die Nachwuchsförderung wird explizit durch die Austragung von Wettbewerben wie „Jugend musiziert“ oder Jugend jazzt“ sowie den daraus resultierenden Teilnahmen an Ensembles wie dem Landesjugendorchester oder dem Landesjugendjazzorchester praktiziert. Hieraus wurden etliche bekannte Größen entwickelt

Die Arbeit des Landesmusikrates ist also Breiten-, Struktur- wie Spitzenförderung zugleich.

Die Corona-Pandemie stellt nun viele vor ihre größte Herausforderung:

Ensembles drohen auseinanderzufallen, da Orte ausreichender Größe für Proben fehlen, die unentgeltlich ehrenamtliche Organisation von Orten, Hygienekonzepten oder digitalen Ersatzformaten die Grenzen des leistbaren überschreiten.