Musik und Demenz

Zwischen Therapie und Teilhabe

Welchen Einfluss hat Musik auf ältere und durch Demenz beeinträchtigte Menschen? Im Rahmen seiner Reihe „Musik im Alter“ ist der Landesmusikrat Hamburg im Oktober 2019 auf der Fachtagung „Musik und Demenz“ dieser Frage nachgegangen. Dabei sollte es oberstes Ziel sein, den Spagat „zwischen Therapie und Teilhabe“ zu versuchen, wie es Tagungsleiter Norbert Groß und der wissenschaftliche Leiter Dr. med. Michael Musolf formulierten.

Schließlich kommt der Musik nicht nur eine therapeutische Bedeutung zu: Aktives Musizieren und Singen hilft demenziell beeinträchtigen Menschen dabei, ihr Leben individuell zu gestalten, ganzheitlich zu kommunizieren, in soziale Interaktion mit anderen zu treten und an kulturellen Angeboten teilzunehmen.

Hamburger Appell

Musik für mehr Lebensqualität bei Demenz

Dokumentation der Fachtagung

Weitere Informationen zum Ablauf und den Inhalten der Vorträge

Mehr Angebote notwendig

Konzeptionell wagten die Initiatoren das Experiment, medizinisch-wissenschaftliche und praktisch-kulturelle Vorträge und Workshops miteinander zu kombinieren. So wurde der dringend notwendige interdisziplinäre Austausch möglich, um gemeinsame Ziele und Handlungsappelle formulieren zu können. Die Akteur*innen der musikgeragogischen/-therapeutischen Praxis und Forschung machten gegenüber den Verantwortlichen der Gesundheits- und Sozialpolitik, den Kostenträgern und auch den Fachverbänden und Interessenvertretungen deutlich, dass es mehr musikbasierte Angebote in der Altenhilfe geben muss – sowohl solche mit direktem therapeutischem Nutzen als auch solche zur kulturellen Teilhabe.

Leben in Würde ermöglichen

Teilnehmende der Fachtagung, die unter der Schirmherrschaft von Cornelia Prüfer-Storcks stand, Senatorin der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg, waren 185 professionelle und ehrenamtliche Betreuer*innen von demenziell beeinträchtigten Menschen, ärztliche und therapeutische Fach- und Führungskräfte sowie Verantwortliche in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Sie informierten sich über die Grundlagen und Möglichkeiten des Einsatzes von Musik. Denn sicher ist: Auch in Zukunft besteht die Herausforderung, demenziell beeinträchtigten Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen und sich ihnen empathisch zuzuwenden. Dabei sollte die therapeutisch-pflegerische Unterstützung mit kultureller Teilhabe verbunden werden. Die Tagung trug somit als Fortbildungsveranstaltung dazu bei, die Kompetenz der Pflegenden zu stärken, dieser Herausforderung nachhaltig zu begegnen. Auf diese Weise können sie den damit verbundenen gesellschaftlichen, professionellen und persönlichen Anforderungen gerecht werden.

Kontakt

Brigitte Kober-Dill

PROJEKTKOORDINATION, BFD KULTUR
T: 040 6452069
kober@lmr-hh.de

Norbert Groß

Projektleitung Fachtagung "Musik und Demenz"
gross@lmr-hh.de