„Wir verschaffen uns Gehör! – in concert“ Landhaus Walter – Stadtpark. Kaffee, Kuchen und Konzert – trotz Corona
14. Oktober 2020

Pressekontakt

Thomas Prisching

GESCHÄFTSFÜHRER
T: 040 6452069
prisching@landesmusikrat-hamburg.de

Unter dem Motto „Wir verschaffen uns Gehör! in concert“ präsentiert der Landesmusikrat Hamburg e.V. als Dachverband von mehr als 100.000 aktiv musizierenden Menschen in Hamburg Ensembles, Bands und Orchester von Klassik bis Jazz, von Nachwuchs über Amateure bis Profis ein vielfältiges Open Air Programm. Diese Open Air Veranstaltungen sind die Fortsetzung der Aktion „Wir verschaffen uns Gehör“, die im August stattfand. Damit brachten sie nicht nur ihre Freude an der Musik zum Ausdruck, sondern konnten auch auf ihre prekäre Situation in der aktuellen Corona-Pandemie aufmerksam machen.

Im Landhaus Walter lädt der Landesmusikrat Hamburg am kommenden Sonnabend und Sonntag (17./18. Oktober) zwischen 13 und 16 Uhr in den Stadtpark zum Landhaus Walter ein und präsentiert verschiedene Ensembles bei Kaffee und Kuchen. Weitere Open Air Konzerte folgen am 24. und 25. Oktober 2020. Denn so lange das Wetter es möglich macht, sollen Musiker*innen und ihre Ensembles von Mitgliedsorganisationen und vom Landesmusikrat nochmals die Möglichkeit erhalten, live auftreten zu können. Und da das Landhaus Walter mit dem dort beherbergten „downtown bluesclub“ ohnehin über eine Open-Air-Bühne, Technik und Live-Erfahrung verfügt, entschloss man sich spontan und kurzfristig zu diesem Schritt. Es sind ausreichend Sitzgelegenheiten mit Abstandswahrung vorhanden. Nur das Wetter muss noch mitspielen.

Am Sonnabend, 17. Okt., ab 13 Uhr wird das Jazzquartett SirBradley zu hören sein. Mit Saxophon, Gitarre, Kontrabass und Schlagwerk wird zeitgenössischer Jazz aus dem Umfeld des Frauenmusikzentrums Altona zu hören sein. SirBradley kommt erstaunlich weiblich daher. Denn es sind vor allem Maria Rothfuchs, Annette Kayser und Doro Offermann, deren musikalischen Wege sich in frühen Jahren immer wieder kreuzten: Sie mischten in den 80/90er Jahren die Berliner Musikszene mit ihrer preisgekrönten Avantgarderockband „Seven Kick the Can“ auf, fanden in gemeinsamen Musiktheaterproduktionen zusammen und spielten in Salsa- oder auch in Soul- und Popformationen. Nach Jahren treffen sie im Jazz wieder aufeinander, um sich den reichhaltigen Kompositionsschatz der Bassistin zu erspielen – nun bereichert um Spielerinnen aus der jungen Generation: an der Gitarre Lovis Determann und an der Posaune, die mittlerweile zum Dauergast avancierte Posaunistin Sonja Beeh. Dazu verleiht, die jüngst zur Band gestoßene Gast-Sängerin, Poetin und Komponistin, Catharina Boutari, dem Programm ganz neue und spannende Schlaglichter. www.sirbradley.de

Sonntag, 18. Okt., 13:00-16:00 Uhr an selber Stelle lädt das Projekt „A Tribute to the Blue Note Era“ zu Jazzmusik im Stile der 50er und 60er Jahre ein. In klassischer Quintett-Besetzung werden die großartigen Kompositionen von Wayne Shorter, Miles Davis, Horace Silver, Herbie Hancock, John Coltrane, Wes Montgomery und weiteren Zeitgenossen der atmosphärisch sehr inspirierenden 1960er-Jahre-Epoche des Blue Note-Labels zelebriert. Es spielen Michael Leuschner – Trumpet, Flugelhorn, Doro Offerman – Tenor Sax, Kalle Tjaben – Piano, Maria Rothfuchs – Bass, Dave Bowler – Drums.

Ab 15 Uhr tritt dann die Klezmer-Band Mischpoke mit ihrem Programm „Di Eyne Welt“ auf.
Mischpoke sind Magdalena Abrams (Klarinette/Gesang), Cornelia Gottesleben (Violine), Maria Rothfuchs (Kontrabass) und Peter Scharonow (Piano) sowie Frank Naruga an der Gitarre. Im neuen Konzertprogramm beweist die „Mischpoke“ einmal mehr ihre Qualitäten als Live-Band. Längst ist diese Formation mit ihren fünf Vollblutmusikern über den Raum Hamburg hinaus bekannt mit teils ausverkauften Konzerten in ganz Deutschland. Spielfreude, Tempo, Witz und Charme aber auch Melancholie und Tiefe – diese Attribute kennzeichnen den Sound von „Mischpoke“. Im Programm „Di Eyne Velt“ setzt das Ensemble ihre Melange aus verschiedenen Stilrichtungen und interkulturellen Einflüssen fort, ohne dabei jedoch den Spirit der Klezmorim zu vergessen: Mal traditionell-klezmerisch im Medley „Happy Klezmorim“, mal sehr jiddisch im „Lidele in yidish“, dann auch mal rumänisch-feurig in der „Hora Martisorului“ oder jazzig im „Oyf der zuniker zayt fun der gas“. Im episch angelegten Stück „Chant“ huldigt MISCHPOKE dem jüdischen Komponisten und Geiger Paul Kirmann.

Ihre Vielseitigkeit begeistert nicht nur Klezmer-Fans: „Az felker, groys un kleyn, zoln kenen dos farshsteyn“ – „alle Völker der Welt sollen das verstehen können“, so heißt es in einer Textzeile vom „Lidele in Yidish“ – eben „Di Eyne Velt“!

www.mischpoke-hamburg.de

17./18. Okt. 2020, 13:00-16:00 Uhr
Landhaus Walter / downtown bluesclub, Otto-Wels-Straße 2, 22303 Hamburg (Stadtpark Hamburg)
Eintritt: 5,- €, Kaffee + Kuchen satt 10,- €

Save the Date:

24. Oktober 2020, 13:00 – 22:00 Uhr
„Wir verschaffen uns Gehör in concert“ Open Air auf dem Bert-Kaempfert-Platz
Dabei sind 10 Ensembles/Orchester und Chöre vom Landesmusikrat und seinen Mitgliedern

25. Okt. 2020, 13:00-16:00 Uhr
Landhaus Walter / downtown bluesclub, Otto-Wels-Straße 2, 22303 Hamburg (Stadtpark Hamburg)
Eintritt: 5,- €, Kaffee + Kuchen satt 10,- €
Ensembles/Orchester und Chöre von Mitgliedern des Landesmusikrates spielen für Sie.

Das Projekt wird gefördert von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg.

Weitere Informationen unter
www.lmr-hh.de
www.lmr-hh.de/aktuelles/#termine
www.facebook.com/LMRHAMBURG

Das beigefügte Bild- und grafische Material kann von Ihnen im Rahmen der Berichterstattung lizenzfrei verwendet werden. Sh. Link: https://www.dropbox.com/sh/4tanl9j1oj9jl9t/AADxsMrpRomFk0hXBVfAYOxCa?dl=0

Hintergrundinformationen zum Landesmusikrat Hamburg:

Wie alle anderen Länder Deutschlands verfügt auch Hamburg über einen Landesmusikrat, der 1978 gegründet wurde. Als Dachverband vertritt er in erster Linie rund 90 musikbezogenen Verbände, Organisationen und Institutionen mit mehr als 2.000 Orchester/Ensembles/Bands und mehr als 1.000 Chöre aller Genres und Professionalisierungsgrade. Er übernimmt als Dachverband gesellschaftliche Mitverantwortung für das kulturelle Leben und setzt sich damit für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Musikkultur in all ihren Erscheinungsformen ein. Dabei fördert er das musikalische Erbe, das aktuelle Musikschaffen sowie den Dialog der Kulturen im Sinne der UNESCO Konvention Kulturelle Vielfalt.

Sein besonderes Augenmerk gilt u.a. der Förderung der Amateurmusik sowie des Nachwuchses. Gemeinhin wird Amateurmusik mit mehr als 200.000 Akteur*innen in Hamburg gerne belächelt, ist aber kein Ausdruck minderqualitativer Arbeit, sondern lediglich eine Abgrenzung zur sonst beruflich, professionell orientierten Musik. Beispielhaft stehen dafür das Landesjugendjazzorchester Hamburg, das Landesjugendorchester Hamburg, das Landesjugendauswahlorchester der Spielmannszüge sowie Chöre, Orchester und Ensembles unserer Mitglieder, die zu Recht als „Kinderstube der Stars von morgen“ bezeichnet werden können.

Chöre, Orchester, Ensembles, Bigbands oder Spielmannszüge jeder „couleur“ sorgen über die Musik für die kulturelle Förderung der Stadt Hamburg als Musikmetropole und generieren das fachkundige Publikum jeglicher Konzerte. Die prägende Kraft der Musik, die in ihrer Breiten- und Tiefenwirkung mit keiner der anderen Künste vergleichbar ist, berührt den Menschen in all seinen Sinnen und seinem Vermögen. Musik machen und Musik erleben sind zentraler Bestandteil einer ganzheitlichen Menschenbildung. Musikalische Praxis ist Teil unserer Verständigung über Kultur. Deshalb ist die Freiheit der Kunst und ihrer Lehre in Art. 5 GG geschützt. Auf dieser Grundlage wenden wir uns gegen den Missbrauch der Musik, der Rassismus und Gewaltverherrlichung zum Ziel hat.

Der Landesmusikrat ist bindendes Glied zwischen den Partikularinteressen und unterstützt ehrenamtliches Engagement. So hilft er bei den Ensembleleiter*innen, bei der Suche nach Proberäumen, bei (vereins-)rechtlichen Fragen oder in Sachen Fortbildung. Die Nachwuchsförderung wird explizit durch die Austragung von Wettbewerben wie „ Jugend jazzt“ sowie den daraus resultierenden Teilnahmen an den Landesauswahlensembles praktiziert.

Die Arbeit des Landesmusikrates ist also Breiten-, Struktur- wie Spitzenförderung zugleich.Leider verfügt der Landesmusikrat nicht über die erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen. „Aber es gibt einen Lichtstreif am Horizont“, so Matthias Rieger. „Die Politik hat in der Koalitionsvereinbarung erstmalig den Bereich Amateurmusik aufgegriffen und wird zusammen mit dem Landesmusikrat ein Konzept für die Amateurmusik in Hamburg erstellen. Unsere Hoffnung ist, dass damit auch endlich eine adäquate Unterstützung des LMR verbunden ist.

Die Corona-Pandemie stellt alle vor große Herausforderungen:
Ensembles drohen auseinanderzufallen, da Orte ausreichender Größe für Proben fehlen, die unentgeltlich ehrenamtliche Organisation von Orten, Hygienekonzepten oder digitalen Ersatzformaten die Grenzen des leistbaren überschreiten.